Goslarsche Zeitung vom 7. Februar 2012

 

Abmarsch
Und Abmarsch: Nach dem viel beklatschten Pfalzkonzert gehen der Chor des Werner-von-Siemens-Gymnasium und Chorleiter Tibor Stettin unter den Augen von GMD Werner Seitzer (Mitte) aus dem Saal. Foto: Jelinski

 

"Veritable musikalische Entdeckung"

Mozart und kein Ende: Pianistin Elisabeth Brauß und die TfN-Philharmonie nebst Solisten überzeugen

Von Carsten Jelinski

"Diese veritable Entdeckung, diese Pianistin mussten wir Ihnen unbedingt vorstellen." So begrüßte Generalmusikdirektor (GMD) Werner Seitzer sein Publikum im 3. Kaiserpfalzkonzert und versprach, die eigentlich angekündigte "Jupiter-Sinfonie" Mozarts in der kommenden Spielzeit zu präsentieren.

Elisabeth Brauß
Elisabeth Brauß

Eine gute Entscheidung: Die 16-jährige Pianistin Elisabeth Brauß aus Hannover stellte sich mit Mozarts "Jeunehomme"-Konzert vor und schlug mit ihren fulminanten musikalischen Fähigkeiten das überaus zahlreiche Publikum in ihren Bann. Wie selbstverständlich legte Brauß schon in den ersten Takten los, technisch perfekt und musikalisch von enormer Ausdrucksvielfalt.

Das Orchester unter dem motivierenden Dirigat des GMD zeigte sich lebendig, luftig und leicht, das gemeinsarne Gestalten klappte vorzüglich. Der zweite, ruhige Satz zeichnete sich durch warmes, elegisches Spiel der Pianistin aus - trotz ihres jugendlichen Alters steckt viel Erfahrung in ihrer Interpretation. Im munteren Abschluss-Rondo zeigten dann Solistin und Orchester Witz und Esprit, Elan und nuancenreiches Spiel - eine mit viel Applaus bedachte, prachtvolle Premiere.

"Legenden um Mozart" hatte Seitzer sein Programm betitelt - für musikalische Besonderheiten ist er immer gut, der Hildesheimer Philharmoniechef. Da durfte die Mordlegende, die sich um Mozart und seinen vermeintlichen Gegner Antonio Salieri rankt, nicht fehlen. Nikolai Rirnski-Korsakow hat die literarische Vorlage Alexander Puschkins vertont, im Pfalzkonzert waren Timothy Sharp als Salieri, Christoph Schröter als Mozart und Ludwig Jürgens als „blinder Geiger" zu erleben.

Zwei Szenen bietet das Dramolett: Salieri singt von seinem Musikerleben und kann es nicht fassen, das Mozart sich über das Spiel seiner Melodien auf den Gassen freut. Nach dem vom Orchester herrlich gelassen musizierten INtermezzo dann die zweite Szene: Mozart erzählt Salieri vom Auftrag, ein Requiem zu schreiben, Salieri schüttet Gift ins Weinglas und präsentiert seinem Wunschopfer das andere, unvergiftete - Künstlerpech.

Sharp und Schröter ergänzten sich aufs Beste, stimmlich und im szenischen Spiel der Charaktere. Dazu eine prächtig-präsente, sich ins musikalische Zeug legende TfN-Philharmonie - der Spaß der Musiker am Werk und am Gestalten in der Kaiserpfalz war zu merken.

Lange Hälse machten viele Besucher, als im zweiten Teil sanft und sicher die ersten Takte vom Requiern gesungen wurden - wo kam das denn her? Aus den mehr als 50 Kehlen des Chores vom Werner-von-Siemens-Gymnasiums in der Einstudierung von Tibor Stettin. Textlich deutlich und trotzdem sanft schwebend kam die Musik wie vor weither - Kompliment dem Chor. Langer Applaus beendete das dritte Pfalzkonzert - das vierte lässt nicht lange auf sich warten. Am Samstag 26. Mai, präsentiert die Philharrnonie des TfN lauter musikalische Idyllen, von Beethoven bis Wagner.

 


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