Goslarsche Zeitung vom 1. Juli 2006

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Ein Kanon und ein paar Tränen zum Abschied

Das zweite Sommerkonzert des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in diesem Jahr ist zugleich das letzte für Chorleiter Manfred Schmidt

So klingt der Sommer: Der Chor der Klassen 5 und 6 unter der Leitung von Susann Meinecke begeisterte zu Beginn des Konzertes.
Foto: Sitarek

Am Ende des Sommerkonzertes gibt es nicht nur tosenden Beifall, sondern es fließen auch ein paar Tränen auf Sänger-Seite. Musiklehrer und Chorleiter Manfred Schmidt zieht es nach 22 Jahren am Wemer-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg nach den Sommerferien zurück ins Hessische. Die beiden Auftritte am Mittwoch und Donnerstag waren seine letzten.
Spritzige Musik und freche Texte zeichnen das zweite Sommerkonzert aus. Es sind Stücke dabei, die man aus der eigenen Schulzeit kennt und sofort mitsingen könnte, wenn man die Stimme dazu hätte, und welche, die noch mehr Lust machen auf das, was noch kommt.

Kapazitätsgrenze

Die Aula erreicht mit 250 Besuchern, Stehplätze mitgezählt, ihre Kapazitätsgrenze, was vor allem beim gemeinsamen Auftritt beider Chöre mit "The lion sleeps tonight" deutlich wird. Auf der Bühne stehen dicht gedrängt der Chor der KIassen 5 und 6 sowie der gemischte Chor der KIassen 10 bis 13. Überdies sind noch mehr Besucher gekommen als am Abend zuvor.
Moderator Thomas Loschke sorgt auf humorvolle Weise dafür, dass der rote Faden des Abends nicht verloren geht. Doch er überzeugt nicht nur mit bloßen Worten, er singt auch noch mit. Unterstützung erfahren Susann Meinecke, die den "kleinen" Chor betreut, und Schmidt, der für den "großen" Chor zuständig ist, von Lehrer Joachim Dampmann und Propsteikantor Karsten Krüger, beide am Klavier. Loschke hat nicht zuviel versprochen, "mehr Abwechslung als bei so manchem Fußballspiel".
Clarissa Ebeling, Dorothea Rusch, Lena Tofaute und Mareike Ose begeistern bei "Something stupid" und dem Sister-Act-Song "I will follow him" mit ihren Stimmen. Rusch setzt wenig später mit einer "Arie für Posaune" noch eins drauf. 13 Punkte habe ihr das bei der Abi-Prüfung gebracht, sagt Loschke, aber er könne beim besten Willen nicht verstehen, warum das keine 15 Punkte waren.
Eine Eins müsste es eigentlich auch für das geben, was sich Lehrer Joachim Krage-Sieber und der Schmidt-Chor haben gemeinsam einfallen lassen: ein musikalisches Abschiedsgeschenk. Es sei nicht ganz einfach gewesen, sagt Krage-Sieber, dies "hinter dem Rücken beziehungsweise hinter den Ohren von Schmidt" einzustudieren. Das "Kanon-Abschiedslied" geht. so: "Musik ist gut für diese Welt, weil sie sonst leicht zusammenfällt, gehst du nun fort an einen anderen Ort, dann klinge sie auch weither zu uns von dort."

Gute-Nacht-Lied

Was dann folgt, sind stehende Ovationen. "Eine Abschiedsrede habe ich nicht vorbereitet, sagt Schmidt sichtlich gerührt. Stattdessen wolle er mit einem ruhigen Lied eine gute Nacht wünschen. "Neigen sich die Stunden, wird es Zeit zu ruhn, neigen sich die Stunden, sing zum Abschied nun", heißt es in dem Lied von Lorenz Maierhofer.
Die dritte Strophe beginnt mit "Scheid mit einem Liede, wenn der Tag vergeht, scheid mit einem Liede, das mich heimwärts trägt". Man hat fast den Eindruck, als sei das Gute-Nacht-Lied das musikalische Abschiedsgeschenk von Schmidt.

Jens Sitarek


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