Goslarsche Zeitung

BAD HARZBURG

Montag, 16. Dezember 2002



Ein Konzert wie ein tönendes Weihnachtswunder

- geringfügig korrigiert -

Werner-von-Siemens-Gymnasium: Über 100 Musiker begeisterten beim Weihnachtskonzert in der Lutherkirche

BAD HARZBURG. Was wäre die Adventszeit ohne Musik? Pastorin Sabine Wittekopf brachte es auf den Punkt und Manfred Schmidt enttäuschte sein großes Auditorium in der Lutherkirche nicht, denn er bot ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Konzert mit seinen 100 jungen Musikern, den Schulchören, Instrumentalisten und Solisten des Werner-von-Siemens-Gymnasiums.
Es gelang ihm wieder vortrefflich, altes Liedgut und moderne Gesänge zu mischen, bis hin zu großer Chormusik mit Orchester aus dem Oratorium "Der Messias" von Georg Friedrich Händel. Allzeit souverän führte er seine Musiker ruhig und engagiert durch das Programm. Einen fulminanten Start machte Viviane Strobach an der Sauerorgel mit Bachs Toccata und der interessant registrierten Fuge. Lupenrein entfaltete sie die Klänge.
Frisch und ohne Blatt trugen die jüngsten 60 Chorsänger zwei Lieder zur Weihnacht vor: "Kommet ihr Hirten"und "Der Heiland ist geboren". Sie umrahmten eine schöne Altflötensonate von Johann Scherer. Mirjam Brackhahn, Mareike Ose und Lena Tofaute bestachen mit einem sauberen Ansatz und guter Interpretation. Zwei strenge Inventionen von Bach wurden sauber vorgetragen am E-Piano von Iran Bosse und Carolin Eberts. Zusammen mit der Schulband, die Hans-Joachim Dampmann leitete, begeisterten die Sänger mit zwei rockigen Gesängen, dezent geboten: "Christmas all over again" und "Rock and Roll Christmas". Melanie Brettschneider und Clarissa Leu konnten ihre schönen Stimmen gefühlvohl zur Geltung bringen mit "Amazing Grace", von der Band interessant begleitet. Den ersten chorischen Höhepunkt gab es mit einem Gesang von Michael Praetorius: "Psallite unigenito christo, dei filio"— "Singt und klingt Jesu, Gottes Kind". Der gemischte Chor begeisterte mit Bachs vierstimmigen Chorsatz "Vom Himmel hoch, da komm ich her".
Mit vier Schülerinnen ließ Friedgund Götsche Niesner wunderschön die Glocken läuten in wiegenden Rhythmen und gab den Bass mit der G-Flöte im "Reigen". Mit sauber gestimmten Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabass und Cembalo musizierte der Instrumentalkreis mit Schülern und Freunden des "Werner". Das Concerto Nr.1  F-Dur von dem barocken Meister Johann Melchior Molter in drei Sätzen konnte echte vorweihnachtliche Freude vermitteln. Ovationen gab es für die Gesänge von Freddy Washington: "I really love the Lord"und "Glory, Glory", die der Oberstufenchor ausdrucksstark gestaltete. Der krönende Schlusschor aus dem "Messias"von Händel "Denn es ist uns ein Kind geboren" mit großem Chor und Orchester war ein Genuss. Begeisterungsstürme verlangten eine Zugabe, die allerdings von allen Anwesenden unterstützt wurde mit dem Kanon "Soli deo Gloria".

Christel Wollenzien-Müller

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