Goslarsche Zeitung vom 13. Dezember 2003

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Engel singen Jubellieder - Magnificat anima mea

Großes Konzert mit Chören und Instrumentalisten des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in der Lutherkirche

BAD HARZBURG. Um die Lutherkirche gab es am Donnerstag ein großes Gedränge bei eisigem Wind, ehe der Einlass gewährt wurde. Viel Jugend war zum Weihnachtskonzert des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ihren Kampf gekommen und wer nicht rechtzeitig da war, bekam wirklich keinen Platz mehr. Die große Resonanz ist Musiklehrer Manfred Schmidt zu verdanken, denn wenn er ein Konzert zusammenstellt, kann man gespannt sein und sich auf vielfältige Besetzungen und schöne Chöre freuen. Alles wird auf beachtlichem Niveau geboten und: zeigt die akribisch, präzise Vorbereitung mit allen Akteuren: dem Chor I und II, den Solisten und dem Instrumentalkreis mit Freunden des Gymnasiums.
Vorweihnachtliche Stimmung brachten vor allem die jüngsten Mitglieder der Chöre. Viviane Strobach durfte den Anfang machen mit einer virtuosen Festmusik von Charles Marie Widor (1844 - 1937), dem Finale aus der Symphonie Nr.2. Strahlend ging es weiter mit dem Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn von der Empore mit Philip Windolf, begleitet von Viviane an der Orgel. Mit einem Block von drei Chorbeiträgen sang sich Chor I in die Herzen der vielen Besucher. Jubeln und Jauchzen war angesagt bei den Liedern "Engel singen Jubellieder", einem altfranzösischen Weihnachtslied und "Jauchzet ihr Himmel" von R.R.Klein. Das englische Duo "Faronell division on a ground" mit Flöte und E-Piano wurde brav gespielt von Bettina Wünsch, Flöte, und Ina Bosse, Klavier. Wie das Stimmen der Violinen schon zum "Konzert" werden kann, zeigten Nina und Hellen und hatten dann ihren Kampf mit dem Duo von Kalliwoda. Aber der gute Wille zählt.
Schöne, traditionelle Weihnachtslieder, Spirituals und Gospels erklangen. Franz Grubers "Stille Nacht" im zweistimmigen Satz und so zart gesungen, war sehr schön. Rockig begeisterten sie zusammen mit Karsten Krüger am Klavier mit "Run Rudolph run".
Nach etwas schwächeren Passagen beschenkten die Quer- und Blockflötenspielerinnen um Friedgund Göttsche-Niessner mit schönster Flötenmusik, fast lupenrein von Gottfried Finger, einer Serenade von Mozart und großen Quartetten von Stabinger. Das war ein Hochgenuss. Abwechslung brachte die Posaune von der Empore mit Orgel. Dorothea Rusch und Viviane Strobach spielten zwei Sätze aus einer Sonate von Marcello mit warmem Posaunenton.
Chor II begeisterte mit zwei Gospels: "Waiting for the Lord" und "It's a birthday" in chorischer Vielstimmigkeit. Gewaltig präsentierten sie sich mit dem Orchester im Magnificat RV 610 von Antonio Vivaldi "Meine Seele erhebet den Herrn". Hier war Manfred Schmidt in seinem Element. Die Chöre in schönen Stimmführungen und ausgeglichenen Stimmlagen waren sehr überzeugend. Mit ruhigem Dirigat führte Schmidt seine Musizi durch die neun Teile des Magnificats. Clarissa Ebeling sang die Sopranarien. Am Cembalo begleitete Karsten Krüger. Trotz der Überfülle in der Kirche war es mucksmäuschenstill bei diesem riesigen Chorwerk und der so eindrucksvollen Interpretation. Eine Zugabe aus dem Werk und ein abschließender gemeinsamer Kanon beschlossen nach großen Ovationen das Konzert.

Christel Wollenzien-Müller

Die Lutherkirche war prall gefüllt. Es gab Ovationen für 120 Sänger und viele Instrumentalisten des Werner-von-Siemens-Gymnasiums unter Leitung von Manfred Schmidt.
Foto: Wollenzien-Müller
 
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