Artikel der GZ vom 19.06.1997 - geringfügig korrigiert:


Theater-AG des Werner-von-Siemens-Gymnasiums hatte Premiere in der Aula

Die "Füsicker" frei nach Friedrich Dürrenmatt

BAD HARZBURG. Den oft erhobenen Vorwurf, Dürrenmatts meist sehr frechen Stücke zu ernst zu nehmen, brauchen sich die Mitglieder der Theater-AG des Gymnasiums nicht machen zu lassen. Ihre Interpretation der "Physiker" des Schweizer Dramatikers war so angelegt, dass auch an Stellen gelacht werden durfte, die eigentlich gar nicht unbedingt dafür vorgesehen sind.
Die Komik kam weniger aus dem Stück selbst, sondern aus der oft spontanen Reaktion der Mitwirkenden, die ihre Fans nicht nur in der ersten Reihe der Aula sitzen hatten. Der Hänger wurde zum Gag, die Darstellung des Ernsthaften zum augenzwinkernden Ulk. Spaß machte es offensichtlich nicht nur den Zuschauern, sondern vor allem auch den Mitwirkenden selbst. Dass man sich auch nicht allzu ernst nehmen wollte, geht schon aus der Umbenennung des Werkes hervor. Der neue Titel "Die Füsicker" ist nicht nur ein Seitenhieb auf die bevorstehende Rechtschreibreform, sondern macht das Etwas-anders-sein-wollen deutlich.
Seit einem Jahr probten die "Schauspielerinnen und Schauspieler" der Theater-AG des Werner-von-Siemens-Gymnasiums zwei Stunden in der Woche an dem Stück. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus Interessierten der Klassen 8 bis 13. "Alles auf freiwilliger Basis", betont Helmut Meyer, im "Gym" zuständig für Deutsch und Geschichte. "Die Begeisterung war eigentlich kontinuierlich vorhanden", blickt er zurück auf die Übungszeit, wenngleich es auch immer wieder einmal Zeiten gegeben habe, in denen alles ein wenig gebremster und weniger intensiv lief.
Ganz ungeschoren blieb das Werk Friedrich Dürrenmatts nicht. Ein bisschen wurde es an die Bedürfnisse der Harzburger Akteure angepasst. "Beispielsweise wollten wir die ermordeten Krankenschwestern nicht einfach immer nur so herumliegen lassen. Deshalb haben wir den "Klub der toten Krankenschwestern" erfunden, so dass sie auch etwas sagen können." Einen nicht unerheblichen Teil am Gelingen des Stückes hat auch Hausmeister Hans Nitschke, der wesentliche Teile der Bühnendekoration hinzufügte und auch sonst immer hilfreich war. Sein Kamin mit flackerndem Feuer schuf die richtige Stimmung.
Der am Dienstag stattgefundenen Premiere im Gymnasium werden noch am Donnerstag und Freitag zwei weitere Aufführungen folgen.
KR



 
 
 
 
 



Foto rechts:
Szene aus einer Probe von "Die Füsicker" mit Bianca Unverhau, Daniela Albrecht und Fadi Hussein (von links).
Das Foto entstand während des Theater-Workshops im Bündheimer Schloss, Februar 1997.

Foto: Keunecke

Probe im Bündheimer Schloss im Februar 1997

 
 
 
 
 



Foto rechts:
Die Putzfrau und die tote Krankenschwester auf der Bühne in der Aula des Christian-von-Dohm-Gymnasiums.
Das Stück wurde auch bei den Nordharzer Schultheater-Tagen in Goslar im Juni 1997 aufgeführt.

Foto: Grollmisch

Aufführung bei denNordharzer Schultheater-Tagen im Christian-von-Dohm-Gymnasium in Goslar

 
 
 
 
Foto rechts:
Applaus nach der gelungenen Premiere.
Ein großer Teil des Ensembles auf der Bühne in der Aula des WvS bedankt sich bei dem begeisterten Publikum.


Foto: Röttger

Finaler Applaus bei der Premiere im Juni 1997

Personen und Darsteller:  
Fräulein Doktor Mathilde von Zahnt, Irrenärztin Bianca Unverhau
Marta Boll, Oberschwester Ilka Fröhlich
Monika Stettler, Krankenschwester Gudrun Hille
Irene Straub, tote Krankenschwester Najwa Hussein
Dorothea Moser, schon länger tote Krankenschwester Simone Janneck
Bolcher, Polizist Marko Hildebrandt
Uwe Sievers, Oberpfleger Marko Hildebrandt
McArthur, Pfleger Henning Teetz
Guhl, Polizist Henning Teetz
Murillio, Pfleger Natalie Mattheis
Putzfrau, aus Texas Kathrine Johnson
Herbert Georg Beutler, genannt Newton, Patient Fadi Hussein
Ernst Heinrich Ernesti, genannt Einstein, Patient Daniela Albrecht
Johann Wilhelm Möbius, Patient Arne Goldack
Oskar Rose, Missionar Florian Schischkoff
Lina Rose, seine Frau Imke Schlüter
Adolfine, ihre Tochter, die Älteste Jasmin Schilling
Wilfried-Kaspar, der Mittlere Dennis Meyer
Jörg-Lukas, der Jüngste Frank Ubben
Richard Voß, Kriminalinspektor Alexander Weisse
Gerichtsmediziner Helmut Meyer
   
Souffleuse: Nadine Politz
   
Technik:  
Beleuchtung: Carolin Essmann
Spot: Florian Schischkoff / Natalie Mattheis
Ton: Franziska Schlegel
Abendkasse: Franziska Schlegel, Carolin Essmann
   
Teile des Bühnenbilds: Peter Purschke und die 10a.
   
Plakat: Florian Schischkoff, Daniela Albrecht
   
Violine solo: Bence Csaranko
   
Regie: Helmut Meyer

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