Goslarsche Zeitung vom 8. März 2012

 

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Spärliches Bühnenbild - aber wie bei der Liebe kommt es manchmal auch im Leben auf innere Werte an. Und die gibt es auf der WvS-Bühne in Bad Harzburg zu sehen.
Einen bildlichen Eindruck vom Theaterstück "Liebe ist ... " gibt es online: www.jungeszene.net    Fotos: Potthast


 

S.e.x. - kichern erlaubt

"Liebe ist ..." - so heißt die Eigenproduktion der Theater AG des Werner-von-Siemens-Gymnasiums (WvS).
Dienstag war Premiere - JuS war dabei.

Sie wissen's, "hihihi", gickern rum, lesen aus dem Duden vor "Liebe ist...". So gestaltet sich das Intro des gleichnamigen Stückes.

Das Bühnenbild: Weiße Papierbahnen, zwei knallrote Herzhälften, die Akteure davor in Schwarz. Fast. Ein wenig Farbe bringen Schauspielerinnen mit ihren Röcken auf die Bühne.

Was schreibt der Duden denn nun über die Liebe? Irgendetwas über das andere Geschlecht. "Iiiiiih."

Und "s.e.x.ueller Kontakt" kommt vor in der Definition. Noch mal "iiiiiih". So sind sie, die bezopften kichernden Kleinen. Und die Größeren, die Älteren? Die beschreiben, was Liebe mit ihnen macht.

Stimmen aus dem Off

Eingebaut haben die Schüler sowie die Spielleiter Britta Strese und Tibor Stettin in ihr selbst erdachtes abstraktes Werk spezielle Einspieler: Stimmen aus dem Off. Diese leiten über in die jeweils nächsten Szenen auf der Bühne.

In diesen Szenen gehen die Schüler pantomimisch, tänzerisch und erzählend an das Thema Liebe ran. Stellen Sehnsucht dar, lassen Anmachsprüche hören. Zeigen, wie schwer es ist, jemandem seine Zuneigung klar zu machen. Gesten der Schüchternheit, der Unsicherheit, dazu Tim Bendzkos "Wenn Worte meine Sprache wären". Die Szene schließt damit, dass sich ein Pärchen findet. Und dass die Herz-Hälften zusammen geschoben werden. Reaktion des Publikums: "Oooooooh".

Gerade ist alles so schön. Dann das, was alle in einer Beziehung fürchten: Trennung. Die Herzhälften rücken wieder auseinander.

Ist Liebe tatsächlich nur ein Wort? Der eine behauptet es zumindest. Andere halten dagegen: Die zwei Predigerinnen mit ihrem "Oh happy day" und die Reporterin aus Loveland. Und die Ehe? Sie soll nur ein lebenslanger Unterhaltsvertrag sein? Was ist Liebe schließlich? "Vertrauen, Suche nach einem Seelenverwandten, laaaangweilig, unerschöpflich wie ein Eimer Brühe, wenn man nur eine Gabel hat ... " Und sie ist unbeschreiblich. "Jetzt wisst Ihr, was Liebe ist", sagen die Kichermädchen vom Anfang.

Kichern erlaubt
Mimik und Gestik sind wichtig.

Total unterhaltend

In schneller Folge fahren die WvS-Schauspieler die Emotionen von Liebenden und Nichtmehr-Liebenden ab. Das darstellerische Handwerkszeug haben sie richtig gut drauf. Was für ein Potenzial. Jugendliche und Erwachsene mit Liebes-Erfahrung dürften sich in jeder Szene wieder finden. Den Jüngeren im Publikum, denen ohne Liebes-Erfahrung, wird manches Inhaltliche nicht klar sein. Aber: Mimik, Gestik und die Sprüche sind für sich allein total unterhaltend. Der Zwischenapplaus, die Situationslacher und der Beifall am Ende bezeugen das bei der Premiere.     Angela Potthast

• Zweite Aufführung: Donnerstag, 8. März, um 19 Uhr in der Aula des WvS in Bad Harzburg. Karten gibt es ab 18.15 Uhr an der Abendkasse. Schüler zahlen 1,50 Euro pro Karte, Erwachsene 2,50 Euro.

 


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