Goslarsche Zeitung vom 03. Juli 2008

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Der stachelige Igel, das unbekannte Wesen

Walderlebnistag mit rund 160 Sechstklässlern aus den Gymnasien in Braunlage und Bad Harzburg am Molkenhaus
 

Ranger Anja  Fischer lässt Tiergeräusche erraten Helmut Daut präsentiert Tiere im Totholz
Ob es ein dicker Mann ist, der die Treppe hochgeht, oder doch ein Tier aus dem Wald? Tiergeräusche lässt Anja Fischer erraten.
Bei Helmut Daut gibt es Würmer, Käfer, Ameisen und "Daddy Long Legs".
Fotos: Seltmann

Von Ina Seltmann


BAD HARZBURG. Wie viel ein gefällter Baumstamm einbringt und wie lange es dauert, bis er verrottet ist, wenn man ihn liegen lässt, das erfuhren am Dienstag rund 160 Sechstklässler der Gymnasien aus Bad Harzburg und Braunlage. Zum Walderlebnistag trafen sie sich am Molkenhaus.

In Teams eingeteilt tummelten sich die Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, des Niedersächsischen Intrnatsgymnasiums und des Gymnasiums Braunlage zwischen Wiesen, Wald und Bach. Insgesamt sechs Stationen hatte WvS-Lehrer Jürgen Wollburg, der den Tag gemeinsam mit dem Nationalpark Harz organisierte, auf die Beine gestellt.

Viele Stationen

Betreut wurden die Anlaufstellen von Lehrern der drei Schulen. Rabea Halbe, Thomas Loschke, Angelika Garms, Anka Plawitzki vom "Werner", Ulrike Klemm und Christine Friederich vom NIG, Helmut Daut aus Braunlage sowie Ranger Anja Fischer vom Nationalpark und der freiwillige Helfer Wolfgang Diehr sorgten dafür, dass keine Fragen offen blieben.
Die Stationen "Wasser", "Riechen, Schmecken, Fühlen", "Totholz", "Stockwerke des Waldes", "Wiese" und "Tiere und Tierspuren" galt es abzuwandern, die Aufgaben zu bewältigen und dabei noch Teamgeist und gutes Benehmen im Wald an den Tag zu legen. Denn auch diese Tugenden flossen letztendlich in die Bewertung mit ein.
Froh war Wollburg über die Unterstützung der Fördervereine der Schulen. Zahlreiche Sponsoren aus der Stadt trugen ebenfalls mit Speisen, Getränken und Sachpreisen dazu bei, dass der Walderlebnistag ein Erfolg und ein schönes Erlebnis für die Sechstklässler wurde.
Dass Totholz Lebensraum für viele Tiere darstellt, war für die Schüler keine schwierige Frage. Eher schon als Herausforderung galt der Auftrag, auf dem Stamm möglichst viele Lebewesen zu entdecken und mit dem Lupenbecher zu untersuchen. Dass die von Stella entdeckte Spinne ein Weberknecht ist, darüber klärte Helmut Daut die Schüler schnell auf. Und die Frage nach giftigen Spinnen von Jasmin hakte er natürlich als kleinen Scherz ab. Würmer, Käfer, Ameisen und eben der Weberknecht waren schließlich die große Ausbeute. "Daddy Long Legs" heiße der auf Englisch, brachten die Mädchen gleich ihr Wissen ein.

Hohe Hürden

Und dazu angetan, die pfiffigen Schüler zum Grübeln zu bringen, waren die kniffligen Fragen von Anja Fischer. Sie stellte Tierspuren vor. Wobei die Wildkatze für die meisten eine hohe Hürde bedeutete. Bei den Tierstimmen seufzte Wollburg hörbar, als Igel und Eichhörnchen für viele Schüler wohl doch unbekannte Wesen darstellen - zumindest akustisch: "Nein, das ist kein dicker Mann, der die Treppe hochgeht." Den Wolf erkannten allerdings alle. Ein Baumstamm bringt je nach Länge und Härte übrigens zwischen 5 und 8000 Euro. Und das Verrotten kann zwischen 3 und 20 Jahre dauern, bis wieder Erde entsteht.


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