GZ-Bericht: Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper sprach über „Neue Medien im Unterricht“

Goslarsche Zeitung / Internetseite /    21.09.2000

BAD HARZBURG. „Die Grundlagen für eine Förderung des Einsatzes von Multimedia und Internet in denSchulen sind gelegt, und durch die Bildungsoffensive von Ministerpräsident Gabriel ist Schwung und Geld in die Sache gekommen.“ Das erklärte jetzt die Niedersächsische Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper bei einer Diskussionsveranstaltung im Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasium am Mittwoch.

Bei der Zusammenkunft, die der Landtagsabgeordnete Stefan Grote organisiert hatte, ging es um das Thema „Neue Medien im Unterricht“. Bad Harzburg war schon mehrfach Ort von hochrangigen Veranstaltungen zu diesem Thema. Vor allem auch der Schulelternrat hatte sich eingesetzt, um die Entwicklung zu forcieren.

Auf welch überregionales Interesse auch diese Veranstaltung wieder stieß, zeige sich an der Tatsache, dass neben vielen hiesigen Schul- und Elternvertreter auch Vorstandsmitglieder des Philologenverbandes und des Verbandes der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens sowie Mitarbeiter aus der Bezirksregierung Braunschweig sowie des NLI teilnahmen. Auch Vertreter des Landkreises, der nach den Worten der Ministerin vorbildlich agiert, waren selbstverständlich dabei.

Die Ministerin Renate Jürgens-Pieper machte unter anderem klar, dass die medialen Konzepte nicht von oben den Schulen übergestülpt werden sollen. Sie erwarte, dass das „Dienstleistungsunternehmen Schule“ im Wettbewerb untereinander das für die eigene Schule richtige Konzept erarbeite. Nach Prüfung dieser Konzepte würden die Gelder dann nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern Spitzenkonzepte erhielten auch Spitzenförderung.

Das war eine Botschaft, die vom Landkreis Goslar als Schulträger von 27 allgemeinbildenden und drei berufsbildenden Schulen, gern gehört wurde. Der Landkreis Goslar hat für ein Pilotprojekt „Medieneinsatz in den Schulen“ bereits 150.000 DM bereitgestellt. Hinzu kommen aus eingesparten Budgetierungsmitteln noch einmal 450.000 DM. Er rechnet sich also wohl mit Recht aus, durch das Förderprogramm des Landes gut bedacht zu werden. Unter anderem plant er ein „Regionales Kompetenzzentrum in Clausthal-Zellerfeld. Die Gelegenheit des „kurzen Weges“ nutzend, überreichte Kreisrat Hermann Fuhst der Ministerin dann auch schon einmal den entsprechenden Antrag.

In der Erkenntnis, dass Medienkompetenz zur Allgemeinbildung gehört, hat die Landesregierung dem Thema „Computer an den Schulen“ bereits seit 1984 verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Konsequente Pilotprojekte hätten die Sache weiter vorangetrieben, so die Ministerin. Seit 1996 beispielsweise laufe die Fördermaßnahme „Schulen ans Netz“. Rund ein Drittel der Schulen in Niedersachsen seien auf diese Weise gedacht worden. Das reiche aber alles nicht aus. Ein neuer Schub soll jetzt durch das „Aktionsprogramm n-21“ gegeben werden. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaftsaktion von Landesregierung und Wirtschaft. Das Land allein will dieses Programm in den nächsten drei Jahren mit 75 Millionen DM ausstatten. Die Intension geht dahin, dass die Wirtschaft den Betrag verdoppelt.

Das Aktionsprogramm beinhaltet auf einander abgestimmte Aktionen zur Ausstattung von Schulen, zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, zur Entwicklung didaktischer Konzepte und multimedialer Lernumgebungen, zur Intensivierung der Ausbildung im IT- und Medienbereich sowie zur Öffnung des Zugangs zum Internet und Multimedia für breite Bevölkerungsgruppen.

Bei der anschließenden, von hoher Sachkompetenz getragenen Diskussion ergab sich als Fazit, dass trotz größter Anstrengungen noch nicht alles „heile Welt“ ist. Fragen gab es vor allem nach der Netzwerkbetreuung, oder nach den didaktischen Zielen, die mit dem Einsatz von Medien erreicht werden sollen. Wer muss was wann wie und wodurch lernen?, war eine rhetorisch wie inhaltlich tiefgreifende Frage.