Achim Reichel und der NDR zu Besuch beim
Werner-von-Siemens-Gymnasium am 16.07.2007

Gesendet am 21.08.2007 um 21:00 Uhr in N3


Großes Theater am Werner-von-Siemens-Gymnasium.

Achim Reichel ist unterwegs mit dem NDR durch den Harz, um alte deutsche Volkslieder in einer neuen rockigen Version aufzunehmen. Schnell wird man auf die Chöre des Werner-von-Siemens-Gymnasiums aufmerksam. Zum Glück gib es da eine Homepage, auf der man gleich ein paar Kostproben hören kann. Ein paar langwierige Terminverhandlungen mit Frau Rogge, dann ist es so weit.
Das Team vom NDR ist ebenso freundlich wie professionell. Die "Studio-Aufnahmen" der zwei Lieder "Die Gedanken sind frei" und des Kanons "Mädchen" in der alten Turnhalle, laut Diplom-Tonmeister Marcus Herzog der Raum mit der besten Akustik, gelingen schneller als von den Profis erwartet.
Danach das große Warten. Wie Regieassistentin Hannah trocken meint ohnehin das Wichtigste in diesem Geschäft. Mittag gibt´ s vom NDR gesponsertes Gulasch, serviert im Musikraum. Gut, dass Herr Schmidt das nicht sieht! Danach wieder warten. Es geht die Runde, Achim müsse erst noch zu Mittag speisen. Naja, im Musikraum steht ein Klavier und es sind massenhaft Liederbücher da. Einen Chor kann so schnell nichts erschüttern.
Auf einmal geht dann alles ganz schnell. Hannah ruft zur Tür herein. Aufstellung des gesamten Chores mitten im Efeu. Das ist doch gar nicht erlaubt. Egal, der NDR ist ja da. Gesicht zum Altgebäude, Blick genau in die Sonne. Die Hitze und das lange Stehen bringt einen fast um.
Dann, Achim Reichel in Jeans und blauem Hemd ganz locker und flockig. Sympathische Erscheinung. Keinerlei Berührungsängste, Schüler in der ersten Reihe nach dem Text zu fragen, wenn er sich wieder einmal im Gestrüpp der einzelnen Strophen verirrt. Wir proben immer wieder die gleiche abgesprochene Szene, und die geht so:
Der Schülerchor einer kleinen Stadt im Harzvorland probt gerade mitten auf einem kleinen Kastanienhof ein kleines Volkslied mit seiner reizenden Chorleiterin. Kommt zufällig Achim Reichel mit dem Auto vorgefahren.
"Tja guten Tag auch, ich höre gerade, Sie proben da ein altes Volkslied ein. Find ich ja wirklich gut. So etwas mache ich nämlich auch, natürlich in einer etwas rockigeren Version. Wollt Ihr das mal hören?"
"Oh ja, schallt es begeistert aus vielen Schülerkehlen".
Anstrengend das Ganze, na klar, aber auch spannend zu verfolgen, wie der Szenenablauf mit jedem Mal etwas perfekter wird. Wenn nur nicht die Sonne so sehr auf den Schädel brennen würde.
Stopp, halt, Unterbrechung. Ein Mädchen aus der letzten Reihe ist unter der Last der Anstrengung, Durst und Hitze zusammengebrochen. Es gibt eine Zwangspause. Und natürlich "erfrischende Getränke"auf Kosten des NDR aus einem der Minivans in der Nähe. Einige schaffen es tatsächlich das auf mindestens 40 Grad aufgeheizte Mineralwasser die vertrockneten Kehlen hinunterzuspülen.
Noch einige Durchläufe werden abgedreht. Mal stimmt der Text nicht so ganz, mal ist der Wind in den Mikros zu laut. Wir lassen uns nichts anmerken und strahlen jedes Mal wie neu um die Wette in die Kameras.
Endlich, der Regisseur scheint zufrieden: "Das habt Ihr alle sehr gut gemacht. Wir haben uns allerdings bis jetzt mit den Kameras hauptsächlich auf Achim konzentriert. Wir wollen jetzt auch noch mal ein paar Aufnahmen von dem Chor machen". Sehr witzig! Die Luft ist mittlerweile so ziemlich raus, die Erschöpfung zu spüren. Der Chor singt nun zu dem eingespielten Playback vom Vormittag. Es ist bald 17:00 Uhr. Das Play-back-Singen ist viel schwieriger als gedacht. Nach zwei Versuchen ist alles im Kasten und der Regisseur ist zufrieden. So viel Aufwand für gerade mal acht Minuten. Sendezeit ist am 21.08.2007 um 21:00 Uhr in N3.

Es war eine tolle Erfahrung und hat sicher allen großen Spaß gemacht.

Ulrich Mettler

 


    Eine von 4 Kameras.


    Ständiges Aufbauen und Organisieren auf dem Schulgelände.



Verdiente Pause nach endlosem Proben in brütender Hitze.




Erfrischung mit 40 Grad heißem Mineralwasser, gestiftet vom NDR.

 


Hannah, die Regieassistentin hat alles im Griff.



Achim Reichel und das NDR-Team beraten die nächsten Einstellungen.


Achim Reichel (rechts) und Frau Treinies.

 

 


Très sympa, comme dirait le Francais!

(Fotos: Ulrich Mettler)

Achim, Reichel.

Einige kennen ihn noch als den Frontmann bei den legendären Rattles, eine der erfolgreichsten deutschen Beat- und Rockbands der 60er- und frühen 70er-Jahre. Anderen ist er durch
den Sommerhit Aloha Heja He besser bekannt.
Auch norddeutsche und klassische deutsche Lyrik wurde von Reichel vertont (Herr von Ribbeck, Zauberlehrling, Erlkönig, insbesondere auf der LP Regenballade (1978) (Quelle: Wikipedia).

Auf seiner aktuellen CD "Volxlieder" interpretiert Achim Reichel gewohnt rauchig-hauchend und liebenswert schnoddrig 15 Volkslieder aus dem deutschsprachigen Raum. Damit gelang
ihm einmal mehr der Spagat zwischen Tradition und Moderne - er verbindet die Poesie des 18. und 19. Jahrhunderts mit bodenständigem Rock'n Roll, Country, Blues und europäischer
Folklore.
"Volxlieder" spielt mit der Tradition, hält sie dadurch lebendig und lässt sie Teil einer globalen Weltmusikkultur werden. Am 7. Juli stellt Achim Reichel mit seiner Band seine Volxlieder,
für die er bei diesem Konzert mit dem Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet wird, auf dem größten Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands in Rudolstadt vor.
(Quelle: Deutschlandradio Kultur)

 


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