Die Klassenfahrt der 10a nach Oberstdorf-die weckt, was in Dir steckt

Morgens, 6:50 in Deutschland:
18 halb schlafende Schüler, eine wissend lächelnde Begleitperson, die sich später als "Frau Kühl" vorstellen
ließ und ein breit grinsendes und erwartungsvoll auf den Zehenspitzen wippendes Etwas, das wir, nachdem
sich unsere Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, als Herrn Heiduk identifizierten.
Von Erziehungsberechtigten und anderen Menschen verabschiedet, kletterte alles in den 25-Plätze-
Minibus. Am Steuer unserer Luxuskarosse saß die wohl eindrucksvollste Dauerwelle, seit Dieter Bohlen
in den 80ern. Doch auch Menschen mit seltsamen Frisuren können nett und freundlich sein (nicht wahr,
Marvin?) und dieser weise Spruch bewahrheitete sich im Fall Ariane, die den Bus in neun Stunden zielsicher
und (fast) jeden Stau umfahrend ans Ziel lenkte.

Unsere Jugendherberge, die nicht wirklich Ähnlichkeit hatte mit der Beschreibung im vorher gezeigten
Prospekt, lag malerisch "über" Oberstdorf-böse Zungen würden behaupten:
AM ARSCH DER WELT!!!
Die Zimmer sahen im Faltblatt ebenfalls größer und luxuriöser aus, aber nach 9 Stunden Fahrt und einer
Wanderung(OK, für Herrn Heiduk und alle Menschen mit Kondition: langsamer und gemütlicher Spaziergang)
war das auch egal. In der Stadt sahen wir uns die Skisprungschanze, die Kirche(von außen) und vielleicht
höchstens drei Einheimische an, denn es wimmelt in Oberstdorf nur so vor Touristen.
Das Essen in der Herberge kann man guten Gewissens als typisch bayerisch bezeichnen, gefehlt hätte
nur noch eine zünftige Maß Bier. Gleich am ersten Abend machten wir Bekanntschaft mit unseren
Zimmernachbarn, die einige von uns noch in lebhafter Erinnerung haben(Obermeier Keks, OHHH da KEKS!!!).
Der nächste Morgen fing mit einem Frühstück wie aus dem Bilderbuch an:
Melonen, Brötchen, frische Milch,...,aber nicht das hier der Verdacht auf "Erholung" oder wie sich dieses
Fremdwort auch immer schreibt aufkommt-OH NEIN!!!, weit gefehlt, denn dies war der Tag der Abrechnung!
Die 6-stündige Wanderung ( diesmal bestehe ich auf das Wort Wanderung! ) hinauf auf das Fellhorn.
Mit Fresspaketen und Wasserflaschen präpariert machten wir uns auf, um für etwa zwei Minuten das
unbeschreibliche Gefühl zu genießen, in Österreich zu stehen. Bevor es an den Abstieg ging,hatte ich und
vielleicht auch noch mancher anderer das Gefühl: Schlimmer kann es ja nicht mehr kommen, aber 1. kommt es
anders und 2. Sowieso! Nach etwa drei Minuten fing es nämlich so stark an zu regnen, dass sofort alles
durchgeweicht war. Die Wege, ohnehin schwierig begehbar, vor allem wenn man nur noch halbe Schuhe
( nicht war Julian?) besitzt, an denen sich bei jedem Schritt die Sohle selbstständig macht oder schon so
große Blasen an den Hacken hat, dass einem der Abstieg nur noch in extremer O-Form gelingt, wurden
immer schlammiger und demzufolge gefährlich rutschig.
Auch für mich sprang bei dieser Wanderung etwas heraus:
Ich bin stolzer Besitzer eines eigenen Gedenksteins irgendwo auf dem Fellhorn!
Wie ich dazu gekommen bin? Falls es jemanden tatsächlich interessiert bin ich gerne bereit die Geschichte
zu erzählen , die mich dazu zwang drei volle Stunden an Herrn Heiduks Hand den Berg hinabzuklettern.
Doch auch irgendwann war dieser Tag vorbei und ein weniger anstrengender folgte:
Der Besuch im Deutschen Museum in München . Nach etwa vier stündigem Aufenthaltund einem leider (*g*)
missglückten Versuch Stephan und Jan mit Hilfe eines auf Schützenfesten üblichen "Wie bringe ich meinen
Magen am schnellsten zum Rebellieren - Gerät" für immer los zu sein, hatten wir noch Zeit die Innenstadt
unsicher zu machen. Dieser Ausflug fand an einem Mittwoch statt und an diesem Wochentag stieg in unserer
Herberge die große Party im Billiard Keller. Popmusik, drei dutzend 11-jährige und keinen Platz um den Queue
zu schwingen, aber sonst- echt witzig! Den nächsten Tag verbrachten die nicht fuß- und magengeschädigten im
Sonthofener Wonnemar, dem größten Erlebnisbad, dass das Allgäu zu bieten hat. Unbedingt zu empfehlen
sind bei übermäßigen Schlafdefiziten die urgemütlichen Liegen, aber auch sonst bot das Schwimmbad eine
Menge . Um den Muskelkater bloß nicht abklingen zu lassen, ging es am letzten Tag auf die Radaln, wie der
Bayer sagt...
Kann gut sein, dass es Menschen gibt, die sich gerne auf einen Sattel setzen, der kleiner ist als der eigene Fuß
, aber ich gehöre gewiss nicht dazu! Nach 20 minütigem Aufschieb fuhr die Gruppe der Mädchen
( inklusive Marv und Marc) aber nur noch Berg ab, so dass es doch noch sehr viel Spass gab! Die Abreise am
letzten Tag verlief sauber, denn auf Adriane ist eben Verlass!

So hat diese Klassenfahrt doch  mal wieder gezeigt:
- Wie gut es ist immer ein Paar Schuhe dabei zu haben, die dem Hacken Luft lassen
- Wie schön die norddeutsche Tiefebene sein kann
- Wie wichtig die Erfindung des Mobiltelefons war-erkenne Badder ohne Handy kaum
- Wie ruhig es im Mädchenzimmer zuging, denn wo sonst hätte Phillipp ungestört Musik hören können
- Welchen Leuten man auf gar keinen Fall den Schlüssel fürs Zimmer überlassen sollte, wenn man den
  hegt im selben auch noch zu übernachten
- Und noch viele andere Dinge, die ich hier aber nicht alle anführen kann

Insgesamt bewerte ich die Klassenfahrt nach Oberstdorf als positiv für Kondition, Klassengemeinschaft und
Allgemeinwissen-was will der Mensch mehr?  (bis auf ein paar Veränderungen  geschrieben von Mareike Oppermann aus der Schülerzeitung Profil des Werner-von-Siemens Gymnasiums)
 
 
 
 

                                                                        FOTOS

Das ist die wunderbare Jugendherberge

Fahrradtour

Mit diesem Gerät wollten wir Stephan ( links) und Jan ( rechts) auf den Mond schießen, dieser Versuch ist leider mißglückt!!!!

Auf unseren Ausflügen begegneten wir wilden Tieren

Nach stundenlangem Bergauf immer noch sehr gute Stimmung

Die berühmten Schanzen von Oberstdorf, rechts die 2 Sommerschanzen

Oberstdorf

Die Flugschanze mitten in den Bergen

Eine wunderschöne Aussicht

Auch am Abend

Diesen Weg durften wir zurücklegen aber das ist noch gar nichts verglichen mit dem , was danach noch kam

Ein schwieriger Aufstieg, auch wenn es nicht danach aussieht

Blicke nach unten:

Über den Wolken...

muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...

alle Ängste alle Sorgen sagt man...