Indien Teil 3, Kochi, Alleppey, Trivandrum

Die Übersichtskarte zeigt unsere Reiseroute durch Thailand, Kambodscha und Vietnam.
Am 02.09. ging es los ab Frankfurt. Als erstes besuchten wir das reizvolle Thailand, mit seinen vielen Tempeln, Tuk-Tuks und schönen Sandstränden. Auf dem Landweg ging es weiter nach Kambodscha. Die Tempelanlagen von Angkor Wat sind einfach faszinierend. Über den Tonle Sap River ging es Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon) im Süden. Unsere Erfahrungen dort über das Leben, die Gebräuche und das Essen lesen Sie im Vietnam-Teil 1. Die Fortsetzung mit den Stationen weiter nördlich bis in den schmalen Mittelteil des Landes steht im Vietnam-Teil 2. Berichte aus dem Norden mit Ausflügen an die Küste und ins Bergland wie auch die Eindrücke aus der Hauptstadt Hanoi finden Sie im Vietnam-Teil 3.
Im Dezember 2004 flogen wir weiter nach Indien.
Erlebnisse aus Bombay und der Region Goa können Sie im Indien-Teil 1 nachlesen. Weitere Eindrücke aus Goa sind im Indien-Teil 2 zu finden. Im Indien-Teil 3 stehen die Berichte aus dem Süden des Subkontinents. Im Indien-Teil 4 gehts in den Nordwesten nach Agra und zum Taj Mahal. Im letzten Teil Indien-Teil 5 berichten wir von Dharamsala, der Stadt des Dalai Lama und der Hauptstadt Delhi. Unser Rückflug fand am 16.04. statt.

   

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Figuren an einem Hindutempel
Figuren an einem Hindutempel in Kerala.
 

26.01. - 27.02.2005 in Kerala

Wir fliegen von Goa nach Kochi/Ernakulam, im Staate Kerala, wieder ein Stück weiter in Richtung Süden. Die Inder hier nennen ihren Staat "God's own country". Tatsächlich ist hier alles noch grüner und sauberer als in Goa. Die Menschen haben hier im Laufe der Jahre seit der Unabhängigkeit von den englischen Kolonialherren ihre eigene Form von Kommunismus entwickelt. Der Lebenstandard ist höher als sonst wo im Lande. Die Alphabetisierungsrate liegt bei ca. 98%. Das ist einmalig in Indien (sonst nur etwas über 50%). Zum Teil ist der Wohlstand aber sicherlich auch auf die vielen Keralaer zurückzuführen, die als Gastarbeiter auf der anderen Seite der Arabischen See ihre Familien regelmäßig mit Zuwendungen bedenken.
 

 
   
Ein Chinesisches Fischernetz
Typisch für die Chinesischen Netze ist ihre quadratische Form.
 
Helfer beim Einholen der Netze
 Viele Männer braucht's zum Einholen der Netze.

Kochi, 26.01. - 27.01.2005

Kochi Fort ist ein kleines Städtchen mit gemütlicher Atmosphäre. Am Flussufer sehen wir viele Chinesische Fischernetze, die für diese Gegend berühmt sind. Wie schon Jahrhunderte zuvor ziehen die Männer in zwei Gruppen an langen Seilen, bis das eigentümliche Gestell nach hinten kippt und das quadratische Netz aus dem Wasser taucht. Das machen sie alle Viertelstunde. Nur einige Fische zappelten darin. Ich durfte auch einmal "mithelfen", wie auch weitere Touristen, die hinzu kamen. Es kostete ja auch nur 20 Rupien (ca. 40 Cent). Vielleicht auf Dauer einträglicher als Fischen?

Abends gab es leckeres "Seafood". Das Bierchen dazu war allerdings ein Problem. Wie wir bald erfuhren, an vielen weiteren Orten in Indien. Alkohol gibt es nur in speziellen Bars und Hotelrestaurants mit entsprechender Lizenz. Der gute Inder trinkt keinen Alkohol. Wir kamen uns schuldig vor, als hätten wir öffentlich nach einer Haschischpfeife verlangt.
Man sagte uns aber schnell hinter vorgehaltener Hand, dass wir einen "Special Tea" bekommen könnten. Zehn Minuten später stand eine braune Keramikteekanne mit passenden Tassen vor uns, aus der uns das vertraute Nass mit schelmischen Grinsen eingeschenkt wurde. Ein Blick in die Runde zeigte uns, dass wir in guter Gesellschaft waren.

Auf dem ehemaligen Exerzierplatz fand das diesjährige Kathakalifestival statt. Das ist eine in ganz Indien berühmte tänzerische Darstellung wichtiger Szenen aus dem großen indischen Baghava Gita Epos. Prächtig gekleidete und geschminkte Schauspieler stehen ohne Worte mit minimaler Gestik auf der Bühne, begleitet von zwei Sängern und einer Percussiongruppe. Sehr beeindruckend! Leider blieb uns auch nach zwanzig Minuten konzentrierten Zuhörens die feinere Symbolik der Fingerbewegungen und des Augenrollens verborgen, obwohl wir die Handlung durchaus kannten. Als dann jemand mit einer Art Hammer ohne Unterlass in ohrenbetäubender Lautstärke auf ein Stück Metall einschlug, waren wir auf einmal doch sehr hungrig. Als wir nach dem Abendessen wieder vorbeischauten, hatte sich am Szenenbild und an der Geräuschkulisse auch nach einer Stunde noch nichts Erkennbares geändert. So eine Vorführung kann zehn Stunden dauern, wurde mir später gesagt.
 

 
      Weitere Eindrücke:
 
   
Indische Frauen nach dem Kirchgang Sonntags nach dem Kirchgang.
 
Indische Schulkinder in Uniform
Schulkinder im Gespräch mit Frau Mettler.
 
Eine Schulmauer mit Scherben und Stacheldraht
Wie ein Gefängnis: die Schulmauer mit
Stacheldraht und Scherben.
   
Ein Backwater-Boot in der Abendsonne
Eines der luxuriöseren Backwater-Boote in der Abendsonne.
 
Frauen waschen Wäsche in den Backwaters
Frauen waschen in den Backwaters die Wäsche.
 

Alleppey, 28.01. - 29.01.2005

Weiter südlich an der Küste liegt Alleppey, berühmt als Ausgangspunkt für viele Backwater-Bootstouren. Ansonsten ist die Stadt eher hässlich. Die Backwaters erstrecken sich hier kilometerlang parallel zur Küste bis weit ins Hinterland. Man kann Wasserfahrzeuge von kleinen schwarzen Booten für 2 Passagiere mit Führer und einem Ruderer bis hin zu sehr komfortabel ausgebauten großen ehemaligen Fischerbooten mit Kapitän, Führer und Koch zum Übernachten unterm Sternhimmel mieten. Nachts bleibt nur der Kapitän, um die Zwei-, Drei-, Viersamkeit nicht zu sehr zu stören. Wir nahmen das kleine Schwarze …

Abends fragten wir unseren Rikshafahrer, wo wir zu Abend essen und ein Bier trinken könnten. Er fuhr uns zum besten Hotel am Ort. Die Karte in der Hand fragten wir nach einem Kingfisher-Bier. Mit einem leicht angewiderten Blick gab er uns zu verstehen, dass es das nur in der Bar gäbe. Man führte uns in einem Nachbargebäude eine Treppe hinauf. Im Flur warnten große rote Schilder: "Alkohol tötet und gefährdet die Gesundheit". Wir schlichen uns vorbei und kamen in einen fast dunklen Raum. An kleinen Tischen waren nur schemenhaft Gestalten auszumachen. Die Gesichter blieben dem Auge verborgen. Wir waren in einen Sündenpfuhl geraten. Adrett gekleidete Kellner traten an uns heran, reichten uns eine Speisekarte und nahmen unseren geflüsterten Wunsch nach einem Bier anstandslos entgegen. Obschon sehr hungrig, konnten wir in dem trüben Licht nichts lesen. Man brachte uns eine kleine Kerze. Beim Aufflackern des Streichholzes meinte ich ganz schwach Gesichter zu erkennen, die sich eiligst in die Dunkelheit zurückzogen. Alles Männer, nur ich allein in weiblicher Begleitung. Wir wählten und machten eiligst die Kerze wieder aus. Essen und Bier hatten uns trotzdem gut gemundet.
 

 
   

Backwaters
Die Backwaters.
 
Ein frisch gefangener Hai
Auch, wenn er sonst gefährlich erscheint, ist er, entsprechend zubereitet, eine Delikatesse: der Hai.

 
Der Ambassador mit Fahrer und Frau Frau Mettler
Aus dem Straßenbild Indiens nicht wegzudenken: der Ambassador (dieses Exemplar ist Baujahr 1998).

Ammas Ashram, 29.01. - 04.02.2005 (www.amma.de)

Auf einer wunderschönen 5 ½ stündigen Fahrt entlang der Küste brachte uns die Fähre von Alleppey nach Amritpuri durch die Backwaters. Amma, "the hugging (umarmende) mother" ist in Indien, und nicht nur dort, berühmt für ihre uneigennützige selbstlose Hilfe für die Armen und Benachteiligten. Wir waren neugierig, einmal 7 Tage als Besucher in einem Ashram zu verbringen. Vier Hochhäuser, ein Tempel und allerlei Versammlungsgebäude erheben sich auf dem schmalen Streifen zwischen Meer und Backwaters aus dem unendlichen Grün der Kokospalmen. Viele hundert Besucher sind hier manchmal gleichzeitig untergebracht. Der Tsunami hatte allerlei Schaden angerichtet. Drei Flutwellen seien gekommen. Das Wasser stieg bis zu einer Höhe von 1,50m und setzte alle Keller- und Vorratsräume unter Wasser. Menschen kamen zum Glück nicht zu Tode. Schlimmer ging es den einheimischen Fischerfamilien. Ihre dicht am Meer gelegenen Hütten und Steinhäeser wurden komplett weggerissen oder stark zerstört. Etwa 20 Menschen kamen ums Leben, unter anderem beim Fische aufsammeln, als das Meer sich vor der größten Welle weit zurückgezogen hatte. Fast alle hatten ihren gesamten Besitz verloren. Die Spuren waren noch deutlich zu sehen. Ammas Ashram spendete großzügige Hilfe und versorgte zum Zeitpunkt unserer Anwesenheit noch jeden Tag Hunderte mit Essen. So ein Leben im Ashram folgt einfachen Regeln: früh aufstehen, Meditation in der Gruppe, Frühstück, Seva-Arbeit, Mittagessen, Seva-Arbeit, Chanten (Singen), Abendessen, Schlafen. Die selbstlosen Seva-Arbeiten Abwaschen, Müllsortieren, Gemüse putzen sind für die Gäste freiwillig, machen in der Gruppe aber durchaus Spaß. Ich habe unter anderem einige Fans (Tischventilatoren) repariert, die dem Tsunami zum Opfer gefallen waren.
 

 

Varkala, 05. - 07.02.2005

Unser Hill Palace Beach Resort, direkt an der kleinen Steilküste, die sich fast den gesamten Strand hinzieht, gelegen, war wirklich prima. Geleitet von einer deutschsprechenden Geschäftsführerin bot es unter anderem Hängematten im Garten und gute Möglichkeiten, frischen Seefisch gekocht, gebacken oder als Tandoori auf dem Holzkohlegrill zubereitet zu genießen.

Das am weitesten verbreiteste Auto in Indien ist der Ambassador. Er wird nach Plänen von Morris Oxford aus dem Jahr 1948 immer noch gebaut. Sein Oldtimer-Charme ist entsprechend umwerfend. Ironischerweise stecken oft Seitenverkleidung, Himmel oder Sonnenblende noch unter der original Plastikschutzfolie von der Auslieferung, während der Innenraum sonst eher schmutzig bis arg mitgenommen ausschaut. Jedes Armaturenbrett dagegen ist ein kleiner Tempel mit dem Bild eines Schutzgottes und Räucherstäbchen.
 

 
   
Ein Postpaket wird eingenäht und versiegelt
Ein Paket wird eingenäht und versiegelt.
 

Trivandrum, 08. - 10.02.2005

Die Stadt ist groß und laut, aber es gibt schöne Tempel, Paläste und den botanischen Garten. Wir verschickten wieder mal ein Paket mit unterwegs gekauften bunten Decken, Mitbringseln und eine CD mit den gesicherten Fotos nach Hause. In Indien muss man ein Paket in festes Tuch einnähen lassen. Die Nähte werden mit heißem Siegellack sorgfältig versiegelt.

Wir machten einen Tagesausflug nach Kanyakumari, dem südlichsten Zipfel des Subkontinents. Hier trifft die Arabische See auf den Indischen Ozean. Wir besichtigten den berühmten über 2000 Jahre alten Kumari Amman Tempel. Wir hatten ungefragt sofort zwei "Führer". Ich musste außer meinen Schuhen auch noch mein Hemd ausziehen (Frauen blieben wie immer züchtig verhüllt). Wir bekamen wieder einmal Sandelholzpaste auf die Stirn geschmiert. Später verlangten beide Führer 100 Rupien (ca. 2 Euro) von uns. Viel zu viel für fast nichts. Sie hatten uns noch innerhalb des Tempels einfach überrumpelt.

Danach ließen wir uns bei starkem Seegang auf die der Stadt vorgelagerte Insel übersetzen, um das 1970 erbaute Vivekananda Memorial zu besichtigen. Der Philosoph Swami Vivekananda hatte dort 1892 auf einem Felsen meditiert, bevor er ein berühmter religiöser Kreuzfahrer wurde. Zurück auf dem Festland, am "Lands End", gingen wir ins Gandhi Memorial, einer Art Tempel, wo eine Zeit lang Gandhis Asche aufbewahrt wurde, bevor man sie dem Meer übergab. Durch eine kleine Öffnung in der Decke fällt jedes Jahr am 02.10., an Gandhis Geburtstag, ein Lichtstrahl auf die Stelle, wo die Urne stand.

Auf dem Rückweg durch Reisfelder, Kokos- und Bananenplantagen kamen wir am berühmten Padmanabhapuram Palace vorbei, der Sitz des Herrschers von Travancore. Die ältesten Teile des Palastes stammen aus dem Jahr 1550. Wir waren überaus beeindruckt von der Pracht und Weitläufigkeit der Anlage.
 

 
   

 

Männeransammlung am Strand von Kovalam
Eine der merkwürdigen Männeransammlungen am Strand ...
 
Westliche Frauen in Badebekleidung am Strand
... und der Grund dafür: westliche Frauen, die für indische Verhältnisse  freizügig gekleidet sind.

Kovalam, 11.02. - 15.02.2005

Kovalam ist ein nettes Badeörtchen südlich von Trivandrum mit drei schönen kleinen Sandstränden. Wir nahmen den mit dem alten rotweißen Leuchtturm. Ziemlich touristisch zwar, aber dafür gab es exzellentes Essen in den Beachrestaurants. Überall freundliche, zuvorkommende Kellner und Verkäufer. Wenn man länger im Lande verweilt, weiß man das durchaus als etwas Besonderes zu schätzen.

Am Wochende strömten dann vor allem indische Touristen in Massen heran. Immer wieder bildeten sich Trauben von Männern am Strand, die sich kurz darauf wieder auflösten. Ich brauchte eine Weile, um den Grund für dieses sonderbare Verhalten geschlechtsreifer Inder zu erfahren.

In der für dieses Land so charakteristischen Distanzlosigkeit bauen sie sich völlig ungeniert keine 5 Meter vor den leichtbekleideten westlichen Mädchen auf. Indische Frauen mit unbedeckten Schultern und Armen gibt es in der Öffentlichkeit einfach nicht. Na ja, vielleicht sollten sich westliche Touristen ja auch ein wenig den hiesigen Landesgewohnheiten anpassen.
 
Blick auf das Meer vom Hotel
     Unser Blick vom Hotel zum Strand.

 
    Herr und Frau Mettler vor dem Haus der Anwendungen
Ein "Kurzentrum" auf indisch:
Ayurveda in schöner Umgebung.
 
Pambatheeram, 16.02. - 23.02.2005 (www.pambatheeram.com)

Ein herrliches Ayurveda-, Rejuvenation Treatment auf wunderschönem Gelände an einem großen Fluss in der Nähe des Ortes Chengannur erwartete uns. Obwohl ich vorher eher skeptisch war, musste ich gestehen, dass die Behandlungen (= Treatment) Geist und Körper sehr gut taten. Aufstehen um 7.00 Uhr, 1 Stunde Yoga, 8.00 Uhr Frühstück, Lesen, Schreiben, Unterhalten, 10.00 Uhr zweistündige Behandlung, 13.00 Uhr Mittagessen, Freizeit, 19.00 Uhr kleine CD-Meditation, 20.00 Uhr Abendessen, 21.00 - 22.00 Schlafengehen. Die Behandlung lief wie folgt ab: 1. Auf dem Rücken beginnend massierten zwei ausgebildete Masseure, einer rechts, einer links, synchron Füße, Beine, Bauch, Brust, Arme und Finger mit sehr viel medizinischem Öl. Danach rollte man auf die linke Seite und wieder ging die Massage von unten nach oben und zurück. Dann dasselbe auf dem Bauch und der rechten Seite. 2. Einreiben der Muskulatur rechts und links der Wirbelsäule mit kleinen heißen Kräuterpackungen. 3. Medizinisches Dampfbad von 20 Minuten. 4. Zwanzigminütige Stirngussmassage (Sirodhara) durch einen bleistiftdünnen Strahl warmen Oels. 5. Kopf- und Gesichtsmassage. 6. Halbstündige Stirnmaske aus einer Kräuterpaste. Dazu natürlich ayurvedisches vegetarisches Essen und als Getränk nur heisses oder kaltes Wasser.
 
   





Landschaft im Thekkady Nationalpark
Typische Landschaft im Thekkady Nationalpark.

 
Verkehrsschild ermahnt zum richtigen Verhalten
 Ein Verkehrsschild ermahnt zum korrekten Verhalten.

 
Kratzspuren eines Tigers an einem Baum
Kratzspuren eines Tigers an einem Baum.
 
Jackfruits
Die Jackfruit.
 
 

  Thekkady Nationalpark, 24.02. - 27.02.2005

Wir wohnten im Coffee Inn, einem kleinen freundlichen Resort, das nicht zu Unrecht vom Lonely Planet empfohlen wird. Wir konnten aus unserer kleinen Holzhütte direkt in den Nationalpark schauen. In 1000m Höhe gelegen, wurde es hier nachts schon wieder empfindlich kalt. Wir machten eine achtstündige Trekkingtour zu zweit, dafür mit drei Führern. Wir wandelten auf der Spur einer Elefantenherde. Die Losung war noch ganz frisch. Das Unterholz aus Reetgras, das Lieblingsfutter der Giganten, war so dicht, dass wir kaum durchkamen. Trotzdem sahen wir tiefe Fußabdrücke. Immer wieder hielten die Führer an und lauschten. Man erklärte mir, dass Elefanten auf Rot und Weiss manchmal agressiv reagieren. Ich schaute auf mein rotes Hemd herunter, erwartete, dass sie sich einen Scherz mit mir erlaubten. Die Blicke blieben aber ernst. Ich musste es also ausziehen und mich in einen Lungi (kleines Tuch) wickeln, das ich zufällig dabei hatte. Bald sahen wir eine Elefantenmama mit Baby am gegenüberliegenden Abhang geräuschvoll Unmengen an Blättern in sich hineinstopfen. Wir erstarrten ehrfürchtig. Es ist schon etwas Besonderes, diese großen Tiere in freier Wildbahn außerhalb von Gehegen zu erleben. Die Tiere hatten uns längst erblickt. Bei einem Angriff wären wir ihnen schutzlos ausgeliefert, ohne Zaun oder schützenden Jeep. Zum Glück zogen sie gemächlich weiter.

Wir sahen noch viele Affen, Vögel, unter anderem Papageien, und Auerochsen. Nachmittags stießen wir in einem dichten Dschungelabschnitt im feuchten Matsch eines kleinen Bachlaufs auf eine frische Tigerspur. Frühmorgens musste er auf seiner Pirsch hier vorbeigekommen sein. Morgens hatten wir an einem Baum direkt an unserem Pfad bereits tiefe Kratzspuren gesehen. Ein wenig mulmig wurde einem da schon. Tiger würden nur nachts jagen, sagte man uns. Aber es gibt ja bekanntlich solche und solche Tiger … . Spätnachmittags kamen wir nochmals an Tigerspuren vorbei, diesmal zum Glück etwas ältere.

Tags drauf ließen wir uns von einem netten Rikshafahrer auf eine "spice tour" mitnehmen. Die Besitzerin des wunderschönen Gewürzgartens, den wir als erstes ansteuerten, zeigte uns eine ¾ Stunde lang Büsche und Pflanzen, Muskat, Cardamom, Vanille, Pfeffer, Kakao, Lemongras, Jackfruit, Papaya, Ananas, Kaffee und vieles andere mehr.

Auf dem Rückweg kamen wir an Tee- und Pfefferplantagen vorbei und besichtigten eine Teefabrik. Wir erfuhren, dass die ganz feinen jungen Blattspitzen hauptsächlich für den Export nach Übersee bestimmt sind. Die Inder trinken die zu groben Puder zermahlenen Blätter 2. bzw. 3. Wahl mit Wasser aufgekocht meist als gewürzten Massalatee. Schmeckt ganz ausgezeichnet!

Pfotenabdruck eines Tigers im weichen Boden Eine Ananaspflanze
Ein ganz frischer Abdruck einer Tigerpfote  Eine Ananaspflanze
 
Frau Mettler mit einem Führer in einer Teeplantage Junge Teeblätter
Eine Teeplantage.                                            Junge Teeblätter.

 

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